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Criminal Minds – 1. Staffel

Nietzsche once said, “When you look long into an abyss, the abyss looks into you.”

Seit Mitte 2006 hat die CBS Serie “Criminal Minds” nun einen festen Prime-Time Sendeplatz bei Sat 1 inne und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Zusammen mit “NCIS” schafft es der Bällchen-Sender durch den sogenannten Crime Sonntag fast wöchentlich über 3 Millionen Zuschauer vor den Bildschirm zu holen und damit können die Programmdirektoren durchaus zufrieden sein. Da ist es nicht verwunderlich, das wir uns bereits in der vierten Staffel der Erfolgsserie um die BAU befinden. Doch lohnt es sich auch jetzt noch nachträglich in die Serie einzusteigen?

Die Serie beschäftigt sich mit der Arbeit des FBIs im Bereich der operativen Fallanalyse, dem “Profiling”, durch die Behavioral Analysis Unit (BAU). Diese Einheit gibts es auch in Wirklichkeit und sie ist wie in der Serie in Quantico, einer Militärbasis und der FBI-Akademie in Virginia, zu finden.
Die BAU ist ein mobiles Team von FBI-Profilern, das sich mittels Charakteranalyse in das Gehirn eines Serientäters versetzten und sie ein für alle mal stoppen kann.
Anführer des Teams ist dabei Star-Profiler Jason Gideon (Mandy Patinkin – “Chicago Hope”), der zu Beginn der Staffel aus dem Ruhestand geholt wird, um einen besonders brutalen Serienkiller zu fangen. Ebenfalls zum Team gehören der eher einfühlsam veranlagte Aaron Hotchner (Thomas Gibson – “Chicago Hope”), die Spezialistin für sexuell motivierte Straftaten Elle Greenaway (Lola Glaudini – “Die Sopranos”), der Experte für zwanghafte Persönlichkeitsstörungen Derek Morgan (Shemar Moore – “Soul Trains”) und der mit einem extrem hohen IQ, aber geringer sozialer Kompetenz ausgestattete Special Agent Dr. Spencer Reid (Matthew Gray Gubler – “500 Days of Summer”).
Unterstützt werden die Profiler von der jungen Agentin Jennifer JJ Jareau (A.J. Cook – “Final Destination 2″), die als Gesicht der BAU die Verbindung zur Presse und den örtlichen Polizeistationen hält, denn das Team kann überall in den USA zum Einsatz kommen. Jedes Team-Mitglied stellt seine ganz speziellen Fähigkeiten in den Dienst der Ermittlungen, um die Motivationen, Ziele und Sensibilitäten der Serientäter herauszuarbeiten.

Thematisch lässt sich die Serie sehr mit anderen Krimi-Serien wie “CSI” oder “Numb3rs” vergleichen, bleibt aber durch das Profilerteam anstatt eines Standardermittlerteams mehr auf die Täter ansich fokussiert als auf die Tat im Allgemeinen. Dabei bleibt “Criminal Minds” erfrischend ehrlich, denn es wird so gut es geht auf jeglichen unwirklichen Ermittlungsirrsinn wie z.B. bei “CSI Miami” verzichtet. Keine supertollen Verfahren mit denen man die gekaufte Haarfarbe Nr. 750 aus dem Schlecker in der 57. Strasse isoliert um anschließend durch die Käuferdatenbank die Identität der Leiche zu bestimmen. Nein, hier verlässt man sich auf die Menschenkenntnisse, obwohl es ganz ohne einen Computernerd in der heimatlichen Basis dann auch nicht geht.
Inhaltlich kann die Serie so einiges bieten. Man erfährt viel über das Erstellen von psychologischen Profilen oder auch den allgemeinen Strukturen der amerikanischen Behörden und ihrer Arbeit. Die einzelnen Folgen sind spannend und temporeich umgesetzt und ähneln sich nur geringfügig, so das nie ein wirkliches Gefühl von Monotonie aufkommt, was speziell bei diesem Genre eine nicht zu unterschätzende Aufgabe für die Drehbuchschreiber sein kann.
Was leider deutlich zu kurz kommt, und das haben Genrekollegen bisweilen deutlich besser geschafft, ist die Entwicklung der Charaktere und der zwischenmenschlichen Beziehungen der einzelnen Teammitgleider. So wird es dem Zuschauer deutlich schwieriger gemacht Zugang zur Serie zu finden, geschweige den eine Bindung zu den Figuren aufzubauen. Potential für folgende Staffeln ist aber dennoch gegeben.

J.J. Abrams’ Firma Bad Robot war und ist für die Produktion der Thriller-Serie zuständig und hat auch bei der technischen Umsetzung des Drehbuches nicht zu knauserig geplant. Denn auch optisch hat die Serie mit allen möglichen Blue-Screen Spielereien durchaus seinen Reiz.
Bei der Wahl der Besetzung hat man sicherlich nicht das optimale Team gefunden, aber wenigstens keinen Missgriff gelandet. Hervorzuheben ist aber die Rolle des hyperintellegenten Dr. Reid, gespielt durch Matthews Gray Gubler, der durch seine sozialunkompetente Art besonders charmant agiert.

Fazit: Alles in allem eine überdurchschnittliche Krimi-Serie mit einer erfrischend anderen Herangehensweise an die Thematik, die aufpassen muss, das sich ihr Konzept durch fehlenden Tiefgang in der Zukunft nicht zu schnell abnutzt.

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