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Kritik: Sherlock Holmes

“Sherlock Holmes”, der berühmteste Detektiv der Welt hat es auf die moderne Leinwand geschafft und das durch die Hand von Guy Ritchie, allen wohl bekannt durch Madonna oder besser durch seine eigenen Filme wie “RocknRolla” oder “Snatch”. Und jetzt weiß man schon in welche Richtung es gehen wird, aus dem schlauen Detektiv wird ein Muskelbepackter Kämpfer mit viel Humor. Nach Sir Arthur Conan Doyle war Sherlock Holmes ein Mann mit Struktur und akkurater Arbeitsweise, anscheindend hat das Guy Ritchie komplett über den Haufen geworfen und ihn als ungepflegten und unsortierten Menschen dargestellt.

Der Film fängt nun schon sehr actionreich an, so wie man es gewohnt ist, indem Sherlock Holmes (Robert Downey Jr. – “Iron Man”) anscheindend jemanden hinterher jagt, durch enge Straßen und in die Kanalisation folgt ihm natürlich sein Gefährte Dr. John Watson (Jude Law – “Das Kabinett des Doktor Parnassus”). Ihrem Widersacher gegenüberstehend, nimmt die Polizei den schon lange gesuchten Lord Blackwood (Mark Strong – “Der Mann, der niemals lebte”) fest. Wie es das Gesetz so will wird er zum Todeverurteilt, nach 5 Morden und einem weiteren Mordversuch. Währendessen stellt Watson Holmes seine zukünftige Frau vor Mary Morstan, die er prompt vor den Kopf stößt. Kein guter Start für ihn um sich wenigstens mit einem Menschen gut zu verstehen. Diese exzentrische Eigenschaft lässt Ritchie Holmes wenigstens noch.

Ein rasanter Start, bei dem man gleich mitten in der Geschichte ist, Holmes der bei Watson im Haus wohnt, macht Experimente mit dessen Hund und auch im Allgemeinen macht er sich hier keine Freunde. Robert Downey Jr. spielt einsame klasse, man merkt schon ab der ersten Sekunde warum Robert diese Rolle bekommen hat. Überzeugend und genau das was der Regisseur wollte, eine Verallgemeinerung des Hauptcharakters. Jude Law hingehen hat mich sehr überrascht, wirklich leiden konnte ich ihn nicht, aber mit der Verkörperung des leicht zu reizenden und auch sehr treuen Dr. Watson hat er mich schon beeindruckt.

Im weiteren Verlauf kommt eine alte Bekannte von Holmes zum tragen, Irene Adler (Rachel McAdams – “State of Play – Stand der Dinge”) eine Meisterdiebin, die die Einzige war die Sherlock Holmes austricksen konnte. Sie versucht ihm, an den schon für Holmes und Watson abgeschlossen Fall von Lord Blackwood, klar zu machen noch weiter Nachforschungen anzustellen. Und er kann schlecht einer alten Freundin, die wohl ein tieferes Geheimnis hat, auch keinen Wunsch abschlagen, bzw. allein durch seine Neugier war die weitere Prüfung des Falles eine Selbstständigkeit, besonders durch das letzte Gespräch von Holmes und Blackwood. Die Detektivarbeit der beiden beschränkt sich mehr auf einen genervten Watson, der lieber bei seine Freundin wäre als mit Holmes in irgendwelchen Löcher zu suchen. Das aber eigentlich Schlimme daran ist nur, das die Arbeit darin besteht sich ein zwei Labore anzuschauen und ansonsten nur irgendwelche Leute zu verprügeln. Hier hat der Regisseur ganz klar Abstriche gemacht, aber wie schon gesagt lag sein Hauptaugenmerk wohl eher auf einem Actionfilm als vielmehr auf einen Thriller.

Die weitere Geschicht baut sich eher seltsam auf, denn es wird hier nicht weiter nach irdischen Problemen gesucht ,vielmehr wird Magie und schwarze Macht in den Vordergrund gerückt. Die beiden jagen also einem Gespinst hinterher und so kommt auch der Film daher, ständig sucht man nach etwas originellem oder etwas passenden, aber irgendwie wird man immer enttäuscht auch was das Ende angeht. Ohne umschweife plaudert Holmes los und erklärt wie alles zusammen passt. Genau diese Szene ist so unsymphatisch und wirkt einfach nur hinein gepresst um den Film wenigstens noch als Sherlock Holmes verkaufen zu können. Dabei bleiben, bis auf die beiden Hauptdarsteller, alle anderen eher Gesichtslos besonders der Bösewicht Lord Blackwood, Mark Strong bekommt nicht viel Raum und das merkt auch der Zuschauer. Für mich noch anzumerken ist der Score, der mir wirklich sehr gut gefallen hat und wenigstens den Charakter des Detektivs unterstüzt. Die Atmosphäre, die im alten England wirklich gut getroffen ist, wird hier genial unterstrichen. Dennoch bleibt am Ende leider nicht viel übrig als geschundene Knochen und ein kranker Hund.

Fazit: Guy Richtie hat sich bemüht Sherlock Holmes für die moderne Zeit wieder neu aufstehen zu lassen, was ihm mit Robert Downey Jr. gut gelungen ist, jedoch mit der Story einfach nur enttäuscht hat. Er legt mehr Wert auf Action und Faustkämpfe als vielmehr die Fähigkeiten von Holmes zu zeigen. Es wirkt alles ein wenig zusammen gesetzt und nicht ganz stimmig. Die Atmosphäre und der Soundtrack sind hingegen wirklich gut gelungen. Für mich jedoch ist Richtie  den falschen Weg gegangen, tiefgründiger und interessanter hätte man Sherlock Holmes gestalten müssen. Mal sehen was uns im 2. Teil erwartet oder ob Holmes nur noch mit gebrochenen Knochen herumläuft. Der Film jedenfalls war nur für Actionfans, denn der Humor kommt hier leider auch zu kurz.

4 Kommentare

  1. [...] Fall entgehen lassen, denn allein Jude Law lacht mich doch schon sehr an! Ob der Rest auch ein Highlight ist, finde ich dann [...]

  2. Xander sagt:

    Deine Kritik ist für mich nur stellenweise nachvollziehbar. Auch wenn ich den Film mit ähnlichen Schwächen gesehen habe (siehe hier), so wurde Holmes’ Logik doch recht häufig gefragt. Das er beispielsweise Drogen nimmt und säuft bei “intellektueller Unterforderung” ist ebenso der Vorlage geschuldet wie die häufigen Prügelszenen – auch wenn diese scheinbar in vorherigen Verfilmungen eine untergeordnete Rolle gespielt haben.

  3. Densemann sagt:

    Kann mich Xander nur anschließen … Holmes ist zwar bei Doyle akkurat, aber keinesfalls sauber. Watson berichtet in den Geschichten häufig von dem vermüllten Zimmer seines werten Freundes.

  4. Die Zange sagt:

    Huch, also ich kann leider dazu noch nicht viel sagen. Hab bisher nur den Trailer gesehen und der verspricht in meinen Augen auch eher weniger von dem, was ich mir so unter einem guten Sherlock Holmes Film vorstelle. Aber ich lass mich mal überraschen ob der mainstreamig aufgedonnerte Hollywood Holmes mir dann vllt doch was gibt.

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