In Zeiten der Weltwirtschaftskrise und der kulturellen Angst vor Problemen, bringt jetzt Jason Reitman bekannt durch “Juno” den Film “Up in the Air” raus. Das Drehbuch zum Film entstand schon 2002 und Reitman wollte diesen auch gleich drehen, doch kamen ihm seine 2 Projekte “Juno” und “Thank you for Smoking” zuvor. Und wie auch so viele bassiert auch der Film auf einer Romanvorlage. Walter Kirn schrieb 2001 den gleichnamigen Roman, und stand bis zu letzt eher skeptisch dem Projekt gegenüber, doch als er den Film sah war er begeistert. Mal sehen ob wir das auch sind…
Ryan Bingham (George Clooney – “From Dusk Till Dawn”) ein Manager, der anderen Leuten versucht in schweren Zeiten neue Möglichkeiten aufzuzeigen. Das etwas nett ausgedrückt ist für: er feuert im Auftrag von Firmen Mitarbeiter. Er reist durch die ganze USA und das Geschäft boomt in dieser Krisenzeit von Einsparrungen und Kündigungen. Ryan Bingham ist nicht nur “Lebensberater” nein er ist auch notorischer Einzelgänger und gibt seine Weisheiten in Seminaren an andere weiter. Er stößt jegliche Form von Beziehung von sich und trennt sich auch von seiner Familie komplett. Doch als ihm die neue strebsame Natalie Keener (Anna Kendrick – “Twilight”) an die Seite gestellt wird, droht sein Traum zu platzen. Die Menschen sollen nun nicht mehr persönlich gefeuert werden, sondern im Zeitalter der Technik übers Internet. Sein jahrelang aufgebautes Kartenhaus scheint in sich zusammen zufallen, bis sein Chef die Idee hat, den Grünschabel Natalie mit Ryan in die weite Welt zu schicken.
Die ganze Geschichte spult sich unheimlich schnell ab, es werden Leute gefeuert, Aufnahmen von Städten aus der Luft gezeigt, doch in den richtigen Szenen hat Reitman ein tolles Gespür für Situations- bzw. Dialogkomik. Besonders als Ryan Bingham die ebenso wie er vielfliegende und beziehungsscheue Alex Goran (Vera Farmiga – “Orphan”) trifft. Die beiden verstehen sich toll und leben ihre Leidenschaft zwischen ihren vielen Terminen. Großes Kino wie diese beiden Charaktere geschrieben und vorallem umgesetzt sind. Besonders nachdem Natalie die harte Welt kennengelernt hat, in der man einen Menschen feuern muss, begegnen sich die 3 in einem Hotel. Diese Unterhaltung in der Lobbybar ist einfach nur grandios, Mimik, Gestik und vorallem Wortwitz bestimmten und dirigieren diese Szene. Ohne diese 3 wirklich tollen Schauspieler wäre das nicht möglich gewesen.
Als Ryan Bingham dann später zur Hochzeit seiner Schwester fahren muss und Alex dazu einlädt scheint ihr Glück besiegelt. Und beide fangen an sich wohl in der doch ungewohnten Beziehung zu fühlen. Doch besonders Ryan will es nicht richtig wahr haben und gerät oft in Streit mit seiner Kollegin Natalie. Es ist toll mit anzusehen wie die kleine zierliche Natalie versucht den etwas verwirrten Ryan das Leben und die Liebe zuerklären. Die vielen Stunden im Flieger und die enge Zusammenarbeit schweißt die beiden zusammen und am Ende waren sie beide froh sich kennengelernt zusammen, denn sie haben beide voneinander gelernt.
Die weitere Geschichte droht in gewaltigen Kitsch überzugehen und vorallem mit einem vorhersehbahren Ende zu glänzen, doch es wird alles anders kommen. Und genau dieses Ende wie auch die Verwandlung der Personen und die Überraschungen, die dieser Film bereit hält, machen ihn so kostbar. Auch anzumerken sind die vielen Projektionen zu unseren realen Welt. Die Kommunikation verläuft meist nur noch übers Internet oder Telefon, keiner macht sich mehr die Mühe sich zusammen zusetzen und nett zu reden. Familie oder Freunde sind das Wichtigste und man sollte nicht nur für den Job leben. Das diese Dinge zwar unterschwelig durchdringen aber nie wirklich präsentiert werden ist Jason Reitman zu verdanken. Nach 2 wirklich guten Filmen ist er im Moment auf dem Höhepunkt seiner Karriere angelangt und es wird wahnsinnig schwer werden den Film noch zu toppen.
Fazit: Völlig zurecht hat der Film schon viele Preise gewonnen und ist zuhauf nominiert worden. Die Geschichte, die jedem ans Herz geht und dazu noch ein richtig gutes Ensemble stellt, runden dieses Machwerk toll ab. Die Botschaft, die jeden in der heutigen Zeit etwas angeht passt unwahrscheinlich gut und jeder sollte für sich selbst entscheiden was für Schlüsse er daraus zieht. Toller Film, der nicht nur aktuell ist sondern auch dazu noch urkomsich und manchmal zutiefst trauig sein kann, doch dabei nie kitschig oder ausladend wirkt.































[...] Globe Gewinner “Precious” und das neue Werk von “Juno”-Regisseur Reitman “Up in the Air” mit jeweils sechs Nominierungen. Natürlich darf auch der neuste Pixar Streifen nicht fehlen. Das [...]
Hey, kann dir nur zustimmen, UP in the Air hat mir sehr gut gefallen.
Mich würde es interessieren, was du zu der Neuverfilmung von Wolfman sagst. Bring doch darüber auch eine Rezension, fänd ich super. Ich habe bereits ein kurzes Urteil in meinem Blog abgelegt.
LG
AliceFTB
Hi, ja Wolfman werd ich mir auch noch anschauen, hab jetzt bloß im Moment keine Zeit, aber später vielleicht!