Einer der Filme, durch die Martin Scorsese zu einem Meister seines Faches geworden ist. “Taxi Driver” gewann mehrere Preise und gilt heute als einer der wichtigsten amerikanischen Filme. Die Thematik, damals wie heute hoch brisant und aktuell. Der Film wurde 4 mal für den Oscar nominiert, “Bester Hauptdarsteller”, “Beste Nebendarstellerin”, “Bester Orignal Soundtrack” und “Bester” Film. Leider hat er keinen einzigen gewonnen. Doch bleibt der Film für viele ein zeitloser Klassiker, ein Kultfilm und einer ihrer Lieblingsfilme.
Travis Bickle gespielt von Robert DeNiro ist ein Kriegsveteran, der nach Vietnam versucht als Taxifahrer zu arbeiten. Er kann nicht schlafen, nimmt viele Tabletten und ist Einzelgänger. Der Krieg lässt ihn nicht los und er weiß nicht was er mit sich oder seinem erarbeitet Geld anfangen soll. Er ist fasziniert von Gewalt und Pornofilmen, ist jedoch ruhig und aufrichtig. Da er nicht schlafen kann fährt er Nachts, die schrecklichsten Leute durch die schlimmsten Viertel von New York. Doch das macht ihm nichts, es ist ihm alles egal, bis er auf Betsy (Cybill Shepherd) trifft. Eine politische Anhängerin des amtierenden Präsidenten Charles Palantine. Sie treffen sich, kommen sich näher, doch der außergewöhnliche Travis, der lang allein gewesen ist, weiß nicht so recht wie er mit einer Frau umgesehen soll. Er schleppt sie in sein Stammpornokino. Was dabei heraus kommt ist nur noch mehr Frust für Travis. Als er dann auch noch Palantine in seinem Taxi chauffiert, stellt er seine Ansichten zu New York vor und dabei merkt man wie verbittert und sinnlos er sein Leben findet. – Die Straßen sind voll mit zu viel “menschlichem Abschaum”. -
Der Film spielt meist in der Nacht und zeigt den blanken Wahnsinn in dieser Großstadt. Es ist dreckig, überall laufen Huren herum, die von ihren Zuhältern angetrieben werden und ständig werden die Menschen angefallen oder beraubt. Es macht keinen Spaß in dieser Stadt zu leben und Travis ist besonders davon betroffen. Bemerkenswert finde ich das durch die Einfachheit der Darstellung von den Fahrten und den Aufnahmen von DeNiro ganz klar wird welche Emotionen er durchlebt. Man erlebt seine Entwirklung mit, die bis zum Ende hin immer dramatischer wird. Auch besonders sind die Szenen, die Travis später beeinflussen werden. Da ist z.B. ein ein betrogener Ehemann, der explizit schildert wie er seine Frau mit einer Magnum .44 umbringen will. Oder der Börsenmakler, der es fast auf dem Rücksitz mit einer Prosituierten treibt. Seine Erlebnisse verdrängt er in seinen Pornokinos und im Sinnlosen umherfahren.
Diese Charakterstudie ist grandios und zeigt die psychische Veränderung Travis’, die in einem selbstzerstörerischen Finale endet, die Individualität die dieser Charakter zeigt ist vielmehr aller Anfang von Rebellion und des Strebens nach dem Andersseins. Aber auch Veränderung und Neuanfang stellt er dar, jedoch mit einer wahnsinnigen Radikalität.
In der Dichte dieser Ergeignisse und der Fahrten besorgt sich Travis 4 Waffen bei einem Bekannten von einem Taxikollegen. Er baut sich ein Gestell für die Waffen, trainiert und will selbst die Dinge in die Hand nehmen. Bis er in einem Supermarkt einkaufen geht und dabei einen Dieb erschießt. Er weiß das es ein Fehler war doch irgendwie weiß er auch das er der Gesellschaft einen Gefallen getan hat. Er ringt mit sich selbst, mit seinen Taten und mit seinen Plänen. Er besucht Wahlkampfveranstaltungen und macht sich beim Secret Service unbeliebt, mir kommt es so vor als ob er einen Grund sucht, einen Auslöser damit er mit seinem Plan beginnen kann.
Als er später die kleine Iris (Jodie Foster – “Das Schweigen der Lämmer”) kennenlernt hat er seinen Grund gefunden. Die kleine 12 Jährige muss für den Zuhälter Matthew „Sport“ (Harvey Keitel – “Pulp Fiction”) anschaffen gehen, er prahlt das sie seine Beste wäre und Travis kommt fast das Kotzen bei diesem Widerling. Er bereitet sich vor die Kleine aus diesem Mileu herauszuholen und geht bis an seine Grenzen. Am Ende ist er ein geschundener Held, der nur wieder ein alltäglicher Arbeiter in dieser dreckigen Welt ist und fiese Menschen durch diese fährt.
Fazit: Der Film funktioniert auf vielen Ebenen. Er lässt viele Spekulationen und Interpretationen zu. Er kaut dem Betrachter nicht alles vor, sondern lässt ihn in der kalten Nacht mit den zwielichtigen Personen allein. Schauspieler wie auch Filmmusik passen fast zu perfekt. Die Spannung nimmt keine Sekunde lang ab und die 2 Stunden vergehen nur so wie Flug. Für heutige Verhältnisse hätte der Film vielleicht schneller sein können, doch dann würde er klar an seinen Eigenschaften verlieren. Für mich ein grandioses Werk, das zurecht Kultstatus hat. Ein Beispiel dafür wird die Szene sein, bei der Travis mit seinem Spiegelbild in Dialog tritt und ihn gleichzeitig zum Duell auffordert -„Redest du mit mir? Du laberst mich an?“ („You talkin’ to me?“) – . Am Ende bleibt viel hängen und genau dann weiß man, das man soeben einen richtig guten Film gesehen hat.



























Ich geb’ ja nur im äußersten Fall eine 10/10, aber bei “Taxi Driver” ist es definitiv angemessen. Ein wunderbares Meisterwerk.