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Kritik: The Book of Eli

Die Hughes Brothers, die bei ihrem 2001 erschienenen Werk “From Hell” zuletzt zusammen gearbeitet haben, bringen jetzt ihren neusten Streich auf die große Leinwand. “The Book of Eli” ist genauso hochkarätig besetzt wie “From Hell” seinerzeits. Und man versuchte wie auch damals einiges mit den Schauspielern zu überdecken, nicht was die Story angeht. Aber ob nach so langer Zeit die beiden Brüder noch harmonieren werden wir jetzt herausfinden.

Nach Filmen wie “Doomsday” oder ettlichen Zombiefilmen wie “28 Tage Später”, kommt hier der nächste apokalyptische Film. “The Book of Eli” spielt im Jahre 2044 und erzählt die Geschichte von Eli (Denzel Washington – Die Entführung der U-Bahn Pelham 123), der ein Buch bei sich trägt un dieses gen Westen tragen soll. Von wem er diesen Auftrag bekommen hat weiß er selbst nicht so recht, aber er führt diesen Auftrag mit eiserne Härte und Besessenheit aus. Dies geht sogar soweit, dass er 2 wehrlosen Menschen ihrem Schicksal überlässt und ihnen nicht hilft, obwohl er dazu im Stande wäre. Auf seiner Reise begegnet er allerei Fieslingen und hinterhältigen Menschen, die nur nach dem nötigsten Suchen, Wasser oder etwas zu Essen. In der Welt in der nun alle leben, besinnt man sich wieder auf die wichtigen Dinge, die es in der heutigen Zeit im Überfluss gibt und die man einfach wegwirft, doch diese Naturalieren werden im Film hoch gehandelt. Und dazu passt eigentlich am besten ein Zitat von Albert Einstein: “Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten werden die Menschen mit Stöcken und Steinen kämpfen.”

Denzel Washington spielt seine Rolle gekonnt souverän und zeigt auch in den Kampfszenen sein Können, wobei ich da anfangs skeptisch war, doch auch diese Facette beherrscht Denzel Washington super. Die Atmosphere ist ein toll eingefangen und man kommt sich wirklich einsam und verlassen vor, genauso wie Eli auf seinem Trip. Die Hughes Brothers kommen schnell zur Sache und lassen keine Langeweile aufkommen, jedoch kommt es einem manchmal so vor, als ob etwas fehlen würde oder ob einfach der CGI – Himmel einfach nicht ins Gesehen passen will.

Nicht nur die heutigen, meist jüngeren, Menschen sind vom Ipod besessen, nein auch Eli. Eines seiner Utensilien, die er retten konnte war ein alter Ipod classic, der ihn jeden Abend in den Schlaf singt. Doch die Reise ist lang und seine Batterie, mit der er seinen Musikplayer aufläd neigt sich dem Ende zu. Und so sucht er in einem kleinen Dorf nach Hilfe. Er findet dort einen Mann, der für ihn seine Batterie auflädt und bezahlt wird hier standardmäßig mit Hähnchengewürz. Und wie durch einen Zufall ist der neue Besitzer dieser Stadt Carnegie (Gary Oldman – “The Dark Knight”), der verzweifelt ein Buch sucht und seine Schergen ständig daraufhin weißt, gefällgst das richtige Buch zu finden. Eli gerät schnell in Probleme mit Carnegie und seinen Männer und flüchtet mit Hilfe einer höheren Macht, die nicht nur die Schergen beunruhigt sondern auch den Zuschauer.

Spätestens ab diesem Punkt ist einem klar, was das für ein Buch ist welches Eli mit sich trägt und Carnegie so verzweifelt sucht. Bis dahin war der Film ein netter apokalyptischer Actionfilm und auch obwohl einem klar war das es dieses heilige Buch war, hatte man immer noch die Hoffnung das es nur ein Botenauftrag für Eli wird und nicht dermaßen in das lächerliche gerät. Denn die Logik wird hier komplett ausser Kraft gesetzt. Ein Buch, das wahrscheinlich für den Krieg verantwortlich war, soll jetzt urplötzlich wieder für die Auferstehung und Neubildung der Welt und Menschheit dienen. Reichlich weit hergeholt und überzogen, besonders mit Hinblick auf sehr kompromisslose Inszenierung des Auftrages.

Eli, der seinen Auftrag alleine lösen muss, bekommt von der hartnäckigen Solara (Mila Kunis – “Max Payne”) Gesellschaft, die es bei Carnegie nicht mehr ausgehalten hat und nun etwas sinnvolles mit ihrem Leben anfangen will, als ständig als Vorzeigemädchen zu dienen. Zuerst ist Eli überhaupt nicht davon überzeugt sie mitzunehmen, aber sie bewährt sich und die beiden werden gute Freunde.

Neben Denzel Washington und Gary Oldman, die beide absolut fantastisch sind, ist Mila Kunis eine nette Abwechslung und passt sich auch super in den Cast ein. Doch irgendwie werd ich mit diesem Sidekick nicht warm, der Charakter ist einfach nur blass und nicht wirklich förderlich für die Geschichte. Mehr als nette Augen machen und einfach im Bild sein ist nicht drin, obwohl es doch viele Möglichkeiten gegeben hätte ihr mehr Tiefgang zu verleihen. Die Beiden überwinden zusammen nicht nur ältere Ehepaare, die nichts anderes im Sinn haben als ihren Hunger zu stillen, oder eine Armada von Schüssen auszuweichen, nein Eli überwindet noch viel mehr als man sich vorzustellen vermag und einem auch lieb ist. Am Ende bleibt eine nette Überraschung übrig, die man so nicht erwartet hätte, jedoch ändert das nicht viel an der Gesamtsituation und somit bleibt dieses nur ein weiteres mittelmäßiges Werk.

Fazit: Für mich wirkt das ganze Heilige und Prophetische zu aufgeblasen, besonders die Glorifizierung der göttlichen Macht geht einem im letzten Drittel tierisch auf den Geist. Denzel Washington und Gary Oldman machen ihre Sache einfach nur super und geben dem Film wenigstens etwas Tiefe. Jedoch alles um die beiden herum wirkt zu aufgebauscht und gestellt, das man nie wirklich warm mit den restlichen Charakteren wird. Die Atmosphäre ist sehr gut eingefangen, jedoch tröstet das nicht über die schlechte und einfallslose Story oder die etwas verquere Logik hinweg. Für einen Actionfilm ist leider sehr wenig Action enthalten, obwohl einem nie langweilig wird. Dies ist so ein typischer Film, den man nicht gesehen haben muss, man es aber auch nicht wirklich bereut hat ihn zu sehen.

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