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Kritik: Alice im Wunderland

Der neuste Streich von Tim Burton und Johnny Depp kam jetzt endlich am 4. März in die Kinos um bestaunt zu werden. So wie es sich für einen echten Kinofan gehört wurde gleich die 1. Vorstellung gebucht und diesmal sogar in 3D, aber zur Technik kommen wir später noch einmal. Die nun mehr 6. Zusammenarbeit zwischen dem Erfolgsduo sollte wieder einmal in einer Fanatsiewelt standfinden, wie so vor in Sleepy Hollow oder Charlie und die Schokoladenfabrik. Erstaunlich dabei ist, das der ganze Film schon in 40 Drehtagen abgearbeitet wurde und dann nur noch am Computer vollendet wurde, wobei diese Aufgabe wohl am größten war.

Alice (Mia Wasikowska), die in der “realen” Welt eher unglücklich ist, wird am Anfang des Filmes zu ihrer Verlobungsfeier gefahren, bei der sie der Heirat mit Hamish (Leo Bill) zustimmen soll. Aufgeregt und durcheinander erscheint ihr immer wieder ein Hase im Anzug und mit einer Uhr in der Hand, dem sie dann auch nachjagt und schließlich in dessen Bau fällt. Unten angekommen eröffnet sich für sie eine komplett neue Welt, sie muss Kuchen essen um größer zu werden und einen Trank trinken um kleiner zu werden. Sie bahnt sich ihren Weg durch die Türenscharr hinaus ins Wunderland.

Wie man es von Tim Burton gewohnt ist, zieht einem seine Welt sofort in den Bann, toll ausgearbeitet und mit viel Liebe zum Detail stellt sich die Tier- und Pflanzenwelt dar. Auch die Figuren, die sie trifft sind überzeichnet und Tim Burton like sehr verrückt. Der 3D-Effekt, der jetzt richtig in Fahrt kam, fügte sich super ins Geschehen ein, besonders wenn man dabei bedenkt, dass der Film überhaupt nicht in 3D gedreht wurde, sondern im nachhinein verändert wurde.

Nachdem Alice die Türen hinter sich gelassen hat, trifft sie auch schon auf alte Bekannte, doch irgendwie kann sie sich nicht recht erinnern. Selbst Haselmaus Mallymkun (Barbara Windsor) und Diedeldum & Diedeldei (Matt Lucas) sind sich nicht sicher ob sie die echte Alice ist. Also gehts zum allwissenden Absolem gespielt von Alan Rickman. Irgendwie sind sie sich alle nicht wirklich einig ob sie die Richtige ist, doch in diesem Moment tritt auch schon der Bösewicht im Film auf, zumindest der Helfer, Herz-Bube Ilosovic Stayne (Crispin Glover -” Zurück in die Zukunft”) der Alice und den anderen hinterher jagt. Sie bringen Alice zum Schutz zu dem nächsten Weggefährten, dem verrückten Hutmacher (Johnny Depp - “Fluch der Karibik”).

Johnny Depp und der verrückte Hase wie auch alle anderen Figuren sind nicht nur fantastisch anzusehen, sie lassen einen ständig mit einem Grinsen im Gesicht zurück. Es gab kaum eine Zeit in der man nicht so aussah wie die Grinsekatze, die Alice auf ihrem Weg auch nocht trifft. Doch genau zu dieser Zeit des Filmes entsteht irgendwie ein kleines Loch, es kommt einem so vor als ob hier der Regisseur nicht so richtig wusste in welche Richtung er gehen sollte. Und dabei bleibt dann auch irgendwo der Witz der Figuren hängen, da die Szenen zu schnell abgewickelt werden und einfach nur die Gags gezeigt werden ohne wirklich die Geschichte zu erzählen.

Durch die Verfolgungsjagt kommt dann der Hutmacher, wie auch Alice zum Schloss der roten Königin (Helena Bonham Carter – “Fight Club“). Die wie die anderen Figuren auch total überspitzt ist und einen Spaß nach dem anderen macht. Alice die es schafft die Königin auszutricksen versucht jetzt den Hutmacher wie auch das Sagenumwobene Schwert der Weißen Königin zu finden. Denn es wurde vorausgesagt das sie den Jabberwocky tötet. Zum Ende hin gibt es noch gute Action, die in Verbindung mit der 3D- Technik ganz gut aussieht. Jedoch merkt man schon, dass die Technik in sehr dunklen Stellen bzw. an sehr nahen Objekten an ihre Grenzen stößt. Das Ende ist leider belanglos, da schon von Anfang an berichtet wird wie die Geschichte ausgehen soll bzw. was passiert, nichtsdestotrotz erleben wir noch ein paar Tanzeinlagen, die für einige wohl überflüssig sind, jedoch für die Kleinen noch ein bisschen mehr Spaß bringen. Für mich noch besonders herauszuheben ist Mia Wasikowska, die als Alice wirklich super ist, man hätte sich kaum eine bessere Besetzung einfallen lassen können. Ich wurde schon vor einiger Zeit auf sie aufmerksam als sie in dem australischen Kurzfilm I Love Sarah Janezu sehen war. Wer Lust hat, sollte sich diesen auf jeden Fall einmal anschauen. Wenn sie weiter so gute Rollen bekommt, könnte das der nächste große Star werden, sagen ich jetzt einmal voraus!

Fazit: Tim Burton hat es wieder einmal geschafft den Zuschauer komplett in seinen Bann zu ziehen. Man saß ständig mit einem Lachen im Gesicht im Kinosessel und erfreute sich an den verrückten Charakteren, die durch den Cast um Johnny Depp und die Newcomerin Mia Wasikowska richtig lebendig wurden und einfach perfekt zum Film passten. Jedoch merkte man auch das Tim Burton hier sehr eingeschränkt war. Die Eigenschaft den Film geheimnissvoll oder gar düster zu machen fehlen hier komplett, was wohl auf die Disneyproduktion zurück zuführen ist. Auch die etwas langweiligen Passagen wirken etwas fremd bei einem so hochkarätigen Regisseur und Cast. Dennoch macht der Film Spaß und ist für jeden Fan mit Sicherheit eine Bereicherung. Zum Thema 3D kann ich nur so viel sagen, dass es nicht schlecht aussieht, denn Film auch ein wenig mehr betont. Doch ihn nicht besser macht, der Film würde genauso gut in 2D wirken.

4 Kommentare

  1. AliceFTB sagt:

    Ich habe es immer noch nicht geschafft mir den Film anzusehen, obwohl ich Kino quasi um sonst bekomme :(
    Vielleicht dann nächste Woche, wenn ich mir eine Pause vom vielen Lernen gönnen kann! Vielen Dank für die ausführliche und gute Kritik :)

    Gruß,
    Alice

  2. Flüge sagt:

    Also ich fand den Film gut, auch wenn ich mir ihn ganz anders vorgestellt habe! Ich bin aber der Meinung, dass sich 3D wirklich nicht gelohnt hat im gegensatz zu Avatar! Desweiteren war Johnny Depp einfach wieder umwerfend in seiner Rolle!

  3. Dr. Borstel sagt:

    Ich bin mir fast sicher, hätte ich AVATAR auch in 3D gesehen, hätte er mir besser gefallen als ALICE IN WONDERLAND. Denn dessen Story war meiner Ansicht nach ähnlich bescheiden, hatte zwar mit Depp, Bonham Carter und – mit Abstrichen – Wasikowska (die gut spielt, zu Alice meiner Meinung nach aber kaum passt – vielleicht, weil ich sie zu stark mit ihrer Rolle aus IN TREATMENT in Verbindung bringe) gute Darsteller, allerdings reißt 3D hier eher wenig raus. Das Erlebnis an sich hatte zwar etwas, vom Film selbst bin ich aber sehr enttäuscht.

  4. Das 3D war wirklich ein unnötiges Schnörkel. Dafür war der Film an sich aber auch ziemlich daneben.
    Ich hab auch was dazu geschrieben:
    http://negativ-film.blogspot.com/2010/03/alice-im-wnderland-3d-ein-lamento.html

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