
“Wenn der Mensch auf eine Macht trifft, die er nicht zerstören kann, dann zerstört er sich selbst.”
Ich möchte es gleich mal anmerken, ich bin kein großer Horror-Fan. Das liegt vor allem daran, dass der größte Teil meiner bisherigen Horrorfilme einfach katastrophal schlecht waren und ich wenigstens einen Hauch von Story in einem Film wiederfinden will, was im ganzen Genre wohl nicht so sehr gewünscht wird. Auf jeden Fall überkam mich heute ein seltsamer Wille nach einem eben dieser Streifen und “30 Days of Night” setzte inzwischen schon fast Staub an, genau so wie “Texas Chainsaw Massacre”, der bei mir auch schon ewig unangerührt im Regal steht. Meine Erwartungen waren nicht allzu hoch, weil ich die allgemeine Kritik ja schon kannte, aber ich muss sagen, das er besser als angenommen war.
Im Film geht es um die Kleinstadt Barrow (Alaska), der nördlichsten Stadt der USA, die weit ab jeglicher anderer Zivilisation liegt. Dort stehen die alljährlich zum Winter kommenden 30 Tage ununterbrochene Dunkelheit an. Kurz vorher passieren merkwürdige Verbrechen und kündigen damit das Grauen an, was bald kommen soll. Eben Oleson (Josh Hartnett) ist Sheriff in Barrow und wird die nächsten Tage einiges zu tun bekommen. Die Grundgeschichte ist damit schnell erzählt.
Atmosphäre wird sehr schön aufgebaut in den ersten 20 Minuten, die Charaktere jedoch nur oberflächlich vorgestellt. Das Setting ist ungewöhnlich interessant gewählt und trägt enorm zur tollen Atmosphäre bei. Schön ist auch, dass der Film die animalische und instinktiv-grausame Seite der Blutsauger in den krassen Kontrast zur stark romatischen Variante stellt.
Der Stil des Streifens lässt die Vorlage aus den Comics durchaus klar erkennen, hier ein klarer Pluspunkt.
Trotz vieler positiver Aspekte drängt sich jedoch nach der Sichtung schnell eine Frage auf: Warum verzichtet Regisseur David Slade (“Hard Candy”) leidlicherweise auf eine logische und durchdachte Geschichte? Bei dem enormen Potential der Comic-Vorlage doch sehr enttäuschend. Diesbezüglich muss ich aber dennoch gestehen, das mir besagte Comics leider nicht bekannt sind.
Der zweiten negativen Punkt begründet sich durch das absolut schreckliches Ende, besonders da Josh Hartnett dort mehr als nur schlecht besetzt scheint. Mit dem Image als Netter-Junge-von-Nebenan schafft er es nicht genügend Überzeugungsarbeit beim Zuschauer zu leisten und fällt spätestens gen Schluss in seiner Hauptrolle mehr schlecht als recht auf.
Unschön erscheint auch der Aspekt, das Slade während des Film teilweise extreme Zeitsprünge macht und die Abfolge viele Tage stark zusammenrafft. So vergehen mehrere Tage von der einen Kameraeinstellung bis zur Nächsten ohne das man Einblicke in die psychologischen Folgen der gegebenen Situation erhält und jegliche aufgebaute Spannung geht zugrunde. Wenn man darüber hinwegschauen kann, dann ist “30 Days of Night” eine echte Option für einen Horror-Film. Einige sehr nette Kameraeinstellungen sind das alleine schon wert (siehe Kameraflug über die Strasse).
Fazit: Netter Survival-Horror mit anfänglich guter Atmosphäre, die dann leider schnell das zeitliche segnet, und einer Menge ungenutztem Story-Potential.
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Ja, der Film hat seine Momente, gerade was die Atmosphäre angeht. Gute Ansätze sind also durchaus vorhanden, doch letztendlich verhält es sich genau so, wie du es auch zu Recht kritisiert hast: Die Story ist, nun sagen wir mal, eher suboptimal. Aber ok, für ne Unterhaltung für zwischendrin reicht es ja – und die 6/10 spiegeln das ja auch wieder. ;-)
Schön das mal jemand meine Meinung teilt. Eher selten in letzter Zeit vorgekommen. ^^
Sehe ich ähnlich. Fand die Atmosphäre größtenteils klasse, doch das Ende geht wirklich überhaupt nicht. Wurde dennoch recht gut unterhalten.
[...] (“Basic Instinct”) doch sehr gelangweilt schauen, ist für mich persönlich Ben Foster (“30 Days of Night”) als drogensüchtiger Nazi Jake Mazurski das absolute Highlight des Films, auch wenn seine Rolle [...]