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Rom – 1. Staffel

Rom

HBO war bisher jedenfalls in meinen Augen immer ein Garant für gute TV Produktionen. Die Bekannteste ist wohl ohne groß zu überlegen mit “Die Sopranos” schnell gefunden. Im Sommer 2005 sendete HBO zum ersten Mal die wohl bis heute teuerste Fernsehproduktion überhaupt aus: “Rom”. Die Produktionskosten betrugen hierbei schlappe 100 Mio. Dollar natürlich zuzüglich Werbekosten und allem möglichen Pipapo. Angepriesen wird die Serie mit Wörtern wie “bildgewaltig”, “detailverliebt”, “actionreich” und vor allem “authentisch”. Doch wie siehts mit der Realität aus?

“Rom” spielt in der Zeit der späten Römischen Republik und beeinhaltet alles von den Gallischen Kriegen über den Römischen Bürgerkrieg bis hin zum Aufstieg und zum Fall des Caesar. Und damit haben wir schonmal einen großen Pluspunkt der Serie und zwar den der Geschichtstreue. Alle Personen und Handlungen sind geschichtlich belegt und bis auf einige Ausnahmen belassen worden. Sicherlich sind auf Grund von Zuschauerfreundlichkeit einige Prozesse wie z.B. der Ausflug Caesars nach Ägypten gerafft verfilmt und die unglaubliche Masse an geschichtlichen Ereignissen teilweise nur angeschnitten worden, aber das wird wohl jeder Nicht-Geschichtsstudent verzeihen können. Nichtsdestotrotz wird Detailtreue hier größer geschrieben als in vielen anderen historischen Serien.

Neben der dargestellten Geschichte wird vor allem auf die Charakterbeziehungen und das Leben im alten Rom großen Wert gelegt. Leider erregt diese Tatsache aber öfters den Anschein einer Daily Soap zu folgen, quasi wie “O.C. California” in der Antike. Intrigen, Romanzen und Verrat sind hier an der Tagesordnung. Eine reine sachliche Geschichtsdoku darf man also nicht erwarten. Wer damit ein Problem hat, der sollte die Finger von der Serie lassen. Übertrieben scheinen im ersten Augenblick der gehäufte Einsatz von Gewalt- und Sexszenen oder die Darstellung von heutigen gesellschaftlichen No-Go´s, aber gerade das macht die Serie so authentisch, auch wenn es größtenteils, wie auch von den Produzenten zugegeben, die Zuschauer ködern soll.
Ansonsten wartet das alte Rom in seiner ganzen Vielfalt auf den Zuschauer. Mit den teils enormen Unterschieden von Arm und Reich, von Adel und Nicht-Adel sowie freien Bürgern und Sklaven.

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Im Mittelpunkt der Serie stehen mehrere Protagonisten (ähnlich “Heroes”), obwohl auf die zwei Soldaten Lucius Vorenus (Kevin McKidd) und Titus Pullo (Ray Stevenson) besonders wert gelegt wird. Sie dienen in der 13. Legion, Lucius als Centurio und Titus als einfacher Legionär. Und obwohl beide Männer vom Charakter und ihren Wertvorstellungen doch recht verschieden sind, so bahnt sich eine ganz besondere Freundschaft an. Nebenbei werden viele weitere Charaktere und deren Beweggründe ins Geschehen einbezogen und alles bildet eine doch recht runde Angelegenheit. Verwirrend ist der Einstieg in die ganze Geschichte jedoch schon. In der ersten Folge wird man scheinbar überwältigt von der Fülle der Personen, ihren Rängen und ihren Beziehungen zueinander. Auch das Prinzip Ab-und-Zu-mal-Reinschauen funktioniert bei Rom auch auf keinen Fall, zu schnell geht sonst der Überblick verloren. Wenn man sich allerdings erst einmal in die wunderbare Welt eingefuchst hat, dann ist besonders die Vielfalt ein großer Pluspunkt für “Rom”.

Die scheinbar komische Verbindung von Geschichte und “Daily Soap” erklärt sich wohl auf Grund der vielen beibezogenen Regisseure und Drehbuchautoren aus bekannten HBO Serien wie “Die Sopranos”, “Six Feet Under” oder “Sex and the City”. Auch besetzungsmäßig hat die Serie einiges zu bieten. Ciarán Hinds (“Road to Perdition”, “Brügge sehen … und sterben?”) ist für mich wohl der beste Caesar aller Zeiten und eines der ganze großen Highlights.

Doch wie meistens gibt die Serie auch Anreiz zur Kritik. Während einige aus moralischen Gründen oder eventuell doch aus Gründen der geschichtlichen “Schönheitskorrekturen” Abzüge verteilen, so störrt mich persönlich die streckenweise ermüdende Actionlosigkeit. Schade ist besonders das wirklich kostenintensive Sachen wie z.B. die Schlacht von Casaer gegen Pompeus einfach mit einer nichtigen Kampfszene abgetan werden und der Zuschauer etwas verduzt aus der Wäsche schaut und sich fragt, ob das den schon alles war. Da frag ich mich dann natürlich, wo sind denn letztendlich die 100 Mio. reingegangen? Also für die Zukunft bitte etwas bildgewaltiger, wenn man das schon groß anpreist.

Fazit: Ich für meinen Teil freue mich sehr auf die 2. und eventuell sogar auf die 3. Staffel der Serie. Bildung und Unterhaltung im Doppelpack sind einfach unschlagbar. Eine unbedingte Empfehlung an Geschichtsfreunde und jene die an ein wenig GZSZ (so verdammt doof und unsympathisch das jetzt klingen mag) im antiken Gewand nichts auszusetzen haben.

8,5

5 Kommentare

  1. bullion sagt:

    Viele schöne Kritiken gab es in letzter Zeit, leider habe ich die meisten verpasst, da der RSS-Feed in Bloglines irgendwie nicht aktualisiert wird… sonst noch jemand mit dem Problem?

  2. Judge sagt:

    Mh noe kenn mich gar nicht mit RSS-Feeds aus…sry

  3. Die Zange sagt:

    Das gleich Problem hab ich auch mit Bloglines. Zumindest die von meinem Blog werden nicht aktualisert und ein paar andere meiner Feeds auch nicht. Mhh.. keine Ahnung was da los ist.

  4. [...] an mir vorbeigezogenen HBO Serien aufzuarbeiten und damit wars bloß eine Sache der Zeit bis nach “Rom” und “True Blood” irgendwann die Westernserie “Deadwood” in meinen DVD [...]

  5. [...] her erinnert das Ganze sehr an “300″ mit Einflüssen von “Gladiator” und “Rom”. Die Zielgruppe, so Produktionsfirma, ist eher auf ein jüngeres Publikum mit Comic- und [...]

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