
“Dein Haar ist wie ein Sonnenuntergang nachdem ne Bombe hoch ging … hübsch.”
Nachdem ich ja erst vor kurzem mit “Rom” echt sehr zufrieden war, hab ich mich prompt mal an eine andere vielleicht in Deutschland unbekanntere HBO Serie rangemacht: “True Blood”. Die Serie ist noch relativ jung und wurde auch erst Ende 2008 in Amerika ausgestrahlt. Bisher lief sie im deutschsprachigen Raum nur auf dem Pay-TV Sender 13th Street, aber man kann sich Staffel 1 und 2 schon über amazon.de bestellen. Aber ist das denn überhaupt empfehlenswert?
Die Serie spielt in einer fiktiven ländlichen Kleinstadt im US-Bundesstaat Louisiana mit Namen Bon Temps. Vor zwei Jahren hat sich die Rasse der Vampire den Normalsterblichen zu erkennen gegeben und führen nun ein Leben in der Öffentlichkeit und streben um die Anerkennung der Gesellschaft. Das nicht alle Menschen begeistert sind vom Zusammenleben mit Toten versteht sich von selbst und so handelt die Serie von dem ungewöhnlichen Zusammenleben von Menschen und Vampiren und natürlich allen daraus resultierenden Konsequenzen. Möglich ist das aber nur wegen des “Tru Blood”, synthetisch hergestelltes Blut aus Japan, welches die Nahrungsbedürfnisse der Vampire stillen soll. “V” ist das Blut von Vampiren und avancierte zur Modedroge, da seine Fähigkeiten vielfältig und einzigartig sind.
Hauptfigur in dieser skurilen Welt ist die 25-jährige Kellnerin Sookie Stackhouse (Zahnlücken-Anna Paquin; “Das Piano”). Sie trägt ebenfalls ein offenes Geheimnis mit sich rum, denn sie ist eine Telepatin. Trotz der allgemein ländlichen Angst vor Veränderungen und Neuem ist sie mehr als begeistert als eines Tages ein Vampir namens William Thomas “Bill” Compton (Stephen Moyer; “88 Minutes”) ins Merlottes, der Bar in der sie arbeitet, kommt, nicht wissend, dass das ihr gesamtes Leben durcheinander bringen wird.
“I wanna do bad things with you.”
Die Serie klingt nicht nur ein klein wenig nach “Twilight”, nein, wenn man den Pilot anschaut, dann sieht sie auch verdammt nach “Twilight” aus. Trotzdem entstammen sie unterschiedlichen Buchreihen und haben im Grunde sich sehr unterschiedlich entwickelnde Geschichten, auch wenn “True Blood” sicherlich sehr durch den Hype um Edward und seine Kumpanen profitiert hat. So wurde bereits nach der 2. Folge eine Erweiterung um eine Staffel beschlossen (bereits ausgestrahlt) und Staffel 2 und 3 sind ebenfalls geordert.
Besonders in Punkto Sex und Gewalt wählt “True Blood” eher die Erwachsenenvariante und soll weniger die Zielgruppe der kreischenden Teeniegören ansprechen. Denn in beiden Punkten ist die Sache mal wieder etwas grenzwertig, obwohl es drauf ankommt wo man seine Grenzen zieht. Ich für meinen Teil hatte zu keiner Zeit ein Problem damit.
Der Vampir-Mythos wird von der Serie nicht wirklich abgewandelt und bleibt deswegen sehr klischeehaft. So sterben Vampire bei Sonnenlicht oder durch einen Holzpflock in ihr totes Herz und können Häuser von Sterblichen nur mit deren Erlaubnis betreten. Nur die Sache mit dem Kruzifix wurde verändert und sie bekommen die Fähigkeit des “Bezirzens”, also das Willenlosmachen von Sterblichen. Interessant fand ich auch, dass sich die Thematik sehr an die Probleme der Schwulen- und Lesbenbewegung in den USA anlehnen soll (‘God hates Fangs’ = ‘God hates Fags’).
Die allgemeine Qualität der Folgen nimmt nach dem schlechten Piloten zu, bleibt jedoch sehr unkonstant, und auch die Story wird zum Glück mit der Zeit komplexer. Für mich war die Serie dennoch kein wirkliches Highlight. Viele Sachen waren zu vorhersehbar und teilweise auch schlecht durchdacht. So etwas zieht nun einmal die Bewertung runter. Irgendwie hat mir das gewisse Etwas in der Serie gefehlt. Die Grundthematik ist der Hit, ganz ohne wenn und aber, doch die Umsetzung (auch wenn es durch die Buchvorlage nun einmal so vorgegeben ist) hat mich nicht überzeugt. Streckenweise wirkt es sogar etwas billig. Doch bevor ich euch den Spass an der Serie jetzt ganz vermiese, es lohnt sich trotzdem mal reinzuschauen, denn die Serie ist nicht so schlecht wie es jetzt den Anschein macht. Vor allem eine Menge Potential für künftige Staffeln ist gesetzt. Ohne Grund hab ich mir die Serie sicherlich auch nicht innerhalb von 2 Tagen im Marathon angeschaut, der Stil und die Thematik überzeugt eben.
Fazit: Wer gegen eine Mischung aus “Twilight” meets “Californication” nichts einzuwenden hat, der ist mit “True Blood” gut bedient. Wer nicht bis auf eine Ausstrahlung im Free-TV warten kann und sich die DVD´s holen will, der sollte vor dem starken Südstaaten Dialekt gewarnt sein.
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Direkt bestellen:






























Mir gefällt die Serie ausgezeichnet. Einfach einmal eine andere Heransgehensweise an das altbekannte Vampirgenre. Erfrischend und unkonventionell.
Stimmt, auch wenn es etwas merkwürdig bzw. gewöhnungsbedürftig für mich war. Diese freie Implementierung des Vampirthemas in die reale Welt, so das es durchaus normal ist in der Serie darüber zu sprechen etc. hab ich in dieser Form soweit mir einfällt noch nie gesehen. Von daher stimm ich dir zu. :)
Freu mich auch schon auf Daybreakers. Denke das wird noch mehr in die Richtung gehen die ich mir so erhoffe als alter Vampirfreund.
P.S.: Verdammt, du hast die Serie ja auch schon in deinem Blog. Warum hab ich die da letztens nicht gefunden? =/
Der Vampir-Mythos wird von der Serie nicht wirklich abgewandelt und bleibt deswegen sehr klischeehaft. So sterben Vampire bei Sonnenlicht oder durch einen Holzpflock in ihr totes Herz und können Häuser von Sterblichen nur mit deren Erlaubnis betreten.
Was ja nicht weiter schlimm ist, sondern sogar begrüßenswert ist, wenn gewissermaßen der alte Mythos traditionell umgesetzt und qausi in der modernen Welt verankert wird. “True Blood” ist mir in letzter Zeit häufig über den Weg gelaufen, und es ist in der Tat viel positives zu lesen. Gerade auch dein Text hat mich wieder richtig neugierig gemacht.
Schön schön. Als Vampirfan kommt man um die Serie auch nicht rum. ;)
Ende diesen Jahres soll sie wohl auch auf Pro7 kommen soweit ich gelesen hab, aber steht noch nicht genau fest.
[...] HBO Serien aufzuarbeiten und damit wars bloß eine Sache der Zeit bis nach “Rom” und “True Blood” irgendwann die Westernserie “Deadwood” in meinen DVD Player landen musste. Abgeschreckt [...]
[...] Wer mehr zu der Serie lesen will, kann auch gern bei diesen befreundeten Blogs vorbei schauen: Kino, TV und so moviescape In der Zange [...]
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