
For seven years I spoke with God. He told me to take us all to Heaven.
Katastrophenfilme sind ja meist nicht so wirklich Sahne, ob nun Wirbelstürme, Überflutungen, Erdbeben, Vulkanausbrüche oder gleich alles zusammen ist dabei egal. Teilweise denkt man auch unwillkürlich mit einem Augenrollen an die nie enden wollenden RTL2-Gurken, die sich tatsächlich wohl einer breiten Zuschauermaße erfreuen müssen um so oft immer und immer wieder ausgestrahlt zu werden, warum auch immer. Hollywood hingegen schafft es ab und zu doch ganz brauchbare Katastrophenfilme abzuliefern. Roland Emmerichs “The Day After Tomorrow” zum Beispiel kann sich ganz gut sehen lassen. Und seit einigen Jahren versucht man nun auch in höhere bzw. tiefere Gefilde zu gehen um den Zuschauer ganz neue unbekanntere Gefahren zu liefern. So kämpfen Bruce Willis und Ben Affleck in “Armageddon” gegen einen riesigen Meteoriten aus dem Weltall und Hilary Swank schafft es in “The Core” die Erdrotation durch eine Bombe (oder war es doch durch ihre unglaublich nervige Art?!) wieder zu entfachen. Die Kasse jedenfalls scheint immer ganz gut zu klingeln, wenn die Welt mal wieder unter geht.
In “Sunshine” jedoch bekommt man von der eigentlichen Katastrophe im gesamten Film nichts mit. Viele würden ihn auch nicht direkt als Katastrophenfilm bezeichnen, aber der gesamte Plot basiert auf einer drohenden Katastrophe. So geht es im Großen und Ganzen darum das die Menschheit im Jahr 2057 kurz vor seinem Ende steht. Grund dafür trägt die Sonne, die zu erlöschen droht. Bereits jetzt herrscht auf der Erde eine solarer Winter vor und mit dem Ende der Sonne wär dann auch das Ende der Menschheit gekommen. Und weil die Menschheit sich ganz ungern ausrotten lässt, werden 8 wackere Frauen und Männer aus allen Teilen der Erde, und natürlich nur die Besten ihrer Zunft, entsandt, um mit Hilfe einer riesigen Atombombe die Sonne neu zu entfachen. Insgesamt gibt es zwei Missionen. Das Schiff “Icarus” verlor irgendwann den Kontakt zur Basis und gilt seit 7 Jahren als verschollen. Die Story handelt nun von der “Icarus 2″ (find nur ich den Namen irgendwie unpassend gewählt), welche die letzte Chance für die gesamte Menschheit ist. Zum Beginn des Film befindet sich die Crew bereits 6 Monate im All und steht kurz davor den Kontakt zur Mondbasis zu verlieren.
“Sunshine” greift finde ich ein sehr “schönes” Szenario auf, jedenfalls ein für mich noch recht wenig behandeltes. Eine Gefahr über die wahrscheinlich die wenigsten bisher richtig nachgedacht haben. Schade ist dann nur, dass der Zuschauer wenig über die Ausmaße der Katastrophe erfährt und auch sonst die Story nur gemächlich dahinplätschert. Einzig gut eingefangen wird die Situation an Bord, denn immerhin befindet sich Schiff samt Crew schon gute 6 Monate auf geplanter Mission. Doch wie gesagt, es startet sehr langsam und das Tempo bleibt auch lange Zeit so. Wirklich überraschende Wendungen gibt es kaum, die Story entwickelt sich wie erwartet und bereits viele Male gesehen. Die große Wende kommt eigentlich erst gut 20 Minuten vor Schluss. Dort nämlich begeht Regisseur Danny Boyle (“28 Days Later”) einen doch recht ungewöhnlichen Genrebruch. Aus einem Sci-Fi-Actioner entwickelt sich ein Horrorthriller und ich für meinen Teil find das eher weniger gut. Im Endeffekt sieht es nämlich so aus als wenn Danny Boyle seine Story damit nochmal gründlich aufbauschen wollte und das auch zu Recht, denn zumindest meine Augen waren gen Ende fast geschlossen. Und trotz der recht ermüdenden Story, so hat der Film doch auch einige Stärken. Zwei große Pluspunkte bei dem Film sind die Optik und der Sound. Für mich war es besonders hart diesen bildgewaltigen Film in einen so kleinen Röhrenfernseher zu quetschen und dann auch noch ohne eine vernünftige Soundanlage. Aber ich kann mir durchaus vorstellen wie imposant er im Kino gewesen sein muss, denn selbst auf kleinem Bildschirm war es doch sehr schön anzusehen was der Brite das so auf die Beine gestellt hat. Also als kleine Empfehlung: Überlegt worauf ihr den Film schauen wollt.
Ein wenig Schade find ich es, dass die psychologischen Aspekte des Kapitäns Pinbaker (Mark Strong - “Der Sternenwanderer”) im Zusammenhang mit der Sonne oder auch das moralische Dilema der Crew in der Mitte des Filmes zu sehr vernachlässigt wurden.
Fazit: Alles in allem rutscht “Sunshine” nur wegen seiner Optik und seinem schönen Soundtrack in die Riege der oberen Durchschnittsfilme. Storytechnisch wär da auf jeden Fall mehr drin gewesen.
![]()






























[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Christian erwähnt. Christian sagte: Neu im Blog: Danny Boyles "Sunshine" kurz beleuchtet / http://www.inderzange.de/?p=726 / #blog #new #review [...]
Ich sehe “Sunshine” dann doch einen Tick stärker als du, aber ich teile deine Kritikpunkte. Auch ich finde es sehr bedauerlich, dass der Film das interessante Psychospiel zwischen der Besatzung gegen Ende zugunsten eines dann doch arg konventionellen Thrillers aufgibt. Da wäre in der Tat viel mehr drin gewesen.
Meine Erwartungen waren hoch und die Enttäuschung dann leider auch. Unter anderem deswegen auch 5,5 und nicht etwa 7. Aber besonders weil das Potential so verhunzt wurde.
Hm, schade. Sunshine steht schon lange auf der Liste der Filme, die ich noch sehen will.
Schau dir den Film trotzdem an. Man darf nicht vergessen: Was Die Zange und ich hier betreiben, ist irgendwo immer noch Meckern auf hohem Niveau. ;-)