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Bücherecke: Ritual – Höhle des Schreckens (Preston/Child)

ritual

Lange hab ich es mir vorgenommen und nun ist es endlich soweit. Ab sofort werden wir hier auch unsere Meinung zur geliebten Literatur kundtun. Dabei werden wir uns so ziemlich ausschließlich auf Krimis und Thriller beziehen, aber eventuell werden wir auch mal ab und zu in ein anderes Genre abdriften.

Douglas Preston und Lincoln Child werden vielen Freunden des amerikanischen Thrillers ein fester Begriff sein. Immerhin 13 Bücher hat das Autorengespann bereits zusammen geschrieben und das so gut wie nur über Telefon, Fax und Internet. Grund dafür sind die über 500 Meilen entfernten Wohnsitze der beiden und damit wird es noch umso unglaublicher, das sie die Bestseller wie am Fließband produzieren. Auch die Solokarrieren der Autoren verlaufen sehr positiv.

Einige Bücher sind von ihrer Story her unabhängig voneinander. Ich persönlich habe von diesen bisher nur “Mount Dragon” (1996) gelesen. Die meisten Bücher des Gespanns lassen sich jedoch zu einer Reihe zusammenfassen, haben aber als Gemeinsamkeit meist nur eine einzige Hauptperson und zwar Special Agent Pendergast, die wohl coolste Sau auf Gottes grüner Erde. Auch “Ritual” gehört zur sog. Pendergast-Reihe, ist aber bereits Teil Numero 4. Ich hab selber die Reihenfolge etwas über den Haufen geworfen und bisher nur “Attic” (2. Teil) und jetzt diesen hier gelesen. Da die Storys aber recht unabhängig verlaufen ist das kein großes Problem. Die Romane weisen einen schönen Mix aus Wissenschaftsthriller und leichten Horrorelementen auf, also eine durchaus fesselnde Kombination.

In “Ritual” geht es um die Kleinstadt Medicine Creek, Cry County,  im USA Bundesstaat Kansas. Das Städchen liegt etwas abgeschieden in einem Meer aus Maisfeldern die von Großkonzernen bewirtschaftet werden. Dementsprechend gibt es auch nur wenig andere “freie” Landwirte und auch sonst ist die Bevölkerung sehr beschaulich. Da kommt es wie gerufen, dass die KSU (Kansas State University) eine Versuchsplantage für genmanipulierten Mais in der Cry County anlegen will. Doch neben ihnen gibt es auch noch einen weiteren Anwärter und so wird ein Beauftragter losgeschickt um beide gegeneinander abzuwiegen. Unglücklicherweise erreignen sich bereits wenige Tage vorher sehr mysteriöse Morde und Sheriff Dent Hazen steht vor einem Rätsel. Denn nicht nur, dass das die ersten Morde seit gut 50 Jahren sind, sondern auch die besondere Brutalität und mysteriöse ritualähnliche Tatorte schockieren das kleine Städchen. Und als wenn das noch nicht genug ist so kommt kurz nach Beginn der Morde auch noch ein seltsamer bleicher Mann in einem maßgeschneidertem schwarzen Anzug daher und beginnt eigenständig zu ermitteln.

Was nach mehreren Büchern des Autorengespanns ins Auge sticht ist, dass die Spannungskurve an sich sehr gleich verläuft. Es gibt wenige extreme Storywendungen, was aber nicht bedeutet das die Spannung dabei flöten geht. Anders als bei “Mount Dragon” fand ich “Ritual” sogar um einiges fesselnder und abgesehen vom sowieso grandiosen Finale hielt sich ein konstant gutes Spannungsgefühl beim Lesen.
Allein die Person des FBI Agenten machen diese Bücher immer wieder zu einem Highlight. Eine Person wie man sie wohl nicht oft auf der Welt finden wird, denn wer fährt bitte in seinem Urlaub zu Mordermittlungen aufs Land? Ein absolut großer Pluspunkt des Buches halt. Auch die anderen Personen des Buches sind nah am echten Leben gehalten und nie realitätsfern.
Besonders das Finale welches schon in bullions Kritik ganz passend mit “The Descent” verglichen wurde überzeugt auf ganzer Linie. Sehr temporeich und spannend. Einzig die Auflösung fand ich doch ein wenig enttäuschend, vor allem weil einige Faktoren, die das Buch so interessant gemacht haben, dann doch nicht mehr beantwortet werden.

Fazit: Wiedermal ein gelungener Thriller aus dem Hause Preston/Child. Spannungsreich und mysteriös, aber nie übertrieben fantastisch bzw. realitätsfern in der Auslegung. Pendergast kann es also noch immer.

8,5

2 Kommentare

  1. bullion sagt:

    Das kann ich nur so unterschreiben! Wirklich einmal mehr ein unterhaltsamer Fall für unseren mysteriösen Special Agent. Ich lese zurzeit übrigens “Burn Case”, welches auch gut ist. Leider komme ich im Moment kaum zum lesen.

  2. Die Zange sagt:

    Ja, hab die gesamte Diogenes Reihe (Burn Case, Maniac u. Dark Secret) schon im Regal stehen, aber werd jetzt erstmal den Seelenbrecher von Fitzek einschieben. Zeit hab ich im Moment irgendwie genug. ^^ Naja .. Student halt. =D

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