In der Zange Rotating Header Image

Kurzreviews: Ananas Express, Drag me to Hell, Quarantäne, Alpha Dog, Hangover

Noch wenige Tage sind von meinem Urlaub verblieben und natürlich war ich während der vielen Tage nicht untätig und habe anständig den DVD Player gefüttert. Was soll man bei dem Wetter und unter der Woche auch auf dem “Dorf” anderes machen? Jedenfalls folgt nun der erste Part in Form von Kurzreviews, der zweite Teil wird die Tage dann auch noch kommen. Einige besondere Filme wie “Orphan – Das Weisenkind” oder die DVD-Sichtung zu “The Dark Knight” werden wohl erst nächste Woche hinzukommen, aber vielleicht auch schon früher, muss ich mal schauen. Nun jedenfalls erstmal die ersten 5 Filme.

Ananas Express

Ananas Express (2008)

Seth Rogen und Judd Apatow sind seit Jahren eine wirklich feste Größe in der Welt der Komödien und haben nach “Superbad” und “Beim ersten Mal” nun auch wieder für “Ananas Express” zusammengearbeitet. Im Grunde ist die Idee  und die Umsetzung schon sehr mit anderen Apatows zu vergleichen. Seth Rogen spielt den ständig bekifften Gerichtszusteller Dale, der durch einen Zufall in das Visier von zwei verfeindeten Drogenvereinigungen gerät. Mit von der Partie sind sein Dealer Saul (James Franco – “Spiderman”), der mit ihm durch das neue Supergras Ananas Express in Verbindung gebracht werden kann und Mittelsmann Red (Danny R.McBride – “Tropic Thunder”).
Witzig und schön bekloppt, vom Niveau so in etwa bei “Superbad” einzuordnen. Neu sind die durch Regisseur David Gordon Green implementierten Actionszenen, die einen durchaus mehr als nur ein Schmunzeln auf die Lippen zaubern. Wie alle Apatows aber wohl eher für die Herren der Schöpfung zu gebrauchen.

wertung 7

Drag me to Hell

Drag me to Hell (2009)

Sam Raimi wird wegen seiner “Tanz der Teufel” Reihe von vielen Leuten als Kultregisseur in Sachen trashigen Horrors verehrt und auch meine Person war begeistert von “Tanz der Teufel” und besonders vom humorvollen “Armee der Finsternis”. Unter anderem deswegen war nicht nur ich sondern auch eine Menge anderer Leute sehr gespannt auf das Comeback Raimis im Horrorgenre nach den für mich persönlich enttäuschenden Comicumsetzungen von “Spiderman” und Sequels. Im Nachhinein hätte ich ihn damals lieber im Kino anschauen sollen, das wär mich weitaus günstiger gekommen als die DVD zu kaufen und dann so enttäuscht zu werden. Die allgemein durchaus positiven Meinungen zu dem Film mag ich persönlich nicht so verstehen. Die Schocker mögen nicht wirklich zünden und auch wenn die gesamte Inszenierung eindeutig den Stempel Raimis trägt mag der Funke diesmal nicht überspringen. Der Versuch trashigen und auch humorvollen B-Movie Horror in moderne Optik zu zwängen empfand ich teilweise echt als grobe Körperverletzung an seinen alten Werken. Auch wenn ich damit so gut wie alleine stehe, für mich wohl die Enttäuschung des Jahres.

wertung 3.5

Quarantaene

Quarantäne (2008)

Das beste Beispiel dafür das Remakes wohl nicht immer erst Jahre später auf dem Markt einschlagen müssen ist “Quarantäne”. Ganze 7 Monate nach Veröffentlichung des spanischen Originals “[REC]“ kam dieser Ende ’08 in die amerikanischen Kinos und konnte dort auf Grund der Unbekanntheit des Originalfilms wenigstens noch gut Kasse machen. Als schamlos kann man die Umsetzung von Regisseur John Erick Dowdle schon ein wenig betrachten, wo Story und Inszenierung doch zu 99% gleich sind. Ich für meinen Teil kann nur von dem Remake ausgehen, da ich das Original zu meiner Schande noch nicht begutachten konnte.
Der Grundidee ist zwar etwas unglaubwürdig aber dennoch innovativ und originell umgesetzt. Die Schockmomente sind gut platziert und hauen einen wirklich um. Die Handkamera versetzt einen wie schon bei “Cloverfield” mitten in das Geschehen und heizt die Spannung damit schonmal um einiges mehr an als es mit normaler Kamera möglich wäre. Leider nervt das übertriebene Gewackel und Gezoome auch hier genauso sehr, ein bisschen weniger hätte auch genügt. Die Charaktere agieren wie gewohnt mehr als dämlich, aber war auch nicht anders zu erwarten in einem Horror-Schocker. Die schauspielerische Leistung von Jennifer Carpenter (“Dexter”) ist ebenfalls zu loben. Alles in allem darf sich der Film in die Reihe der guten Schockerfilme zu z.B. “The Descent” gesellen. Gute Unterhaltung!

wertung 8

Alpha Dog

Alpha Dog (2006)

Ein weiterer Genresprung folgt und zwar in Richtung Drama. “Alpha Dog” handelt von dem jüngsten Mann der jemals auf der “Most Wanted” – Liste des FBI´s stand und beruht auf wahren Begebenheiten. Als der Film 2007 in die Kinos kam war die Gerichtsverhandlung noch im vollen Gange und die Zukunft für den kleinkriminellen Jesse James Holllywood noch nicht geklärt. Unter anderem gab es deshalb einen ziemlichen Streit um die Veröffentlichung weil man keine Beeinflussung der Geschworenen wollte.
Nichtsdestotrotz hat Regisseur Nick Cassavedes bei seiner Umsetzung ganze Arbeit geleistet. Die Einführung ist zwar etwas schleppend, aber im Laufe der Story kann man ganz gut eintauchen in das Geschehen und wird dann komplett überrascht und wirklich schockiert vom Finale. Für seine Inszenierung nutzt Cassavades alle möglichen technischen Instrumente wie Splitscreens oder Einwürfe von Interviewausschnitten, was die Story aber nur ungemein komplemtiert und teilweise zu übertrieben wirkt, wirklich getragen wird die Story von den guten Schauspielleistungen. Während Emile Hirsch (“The Girl Next Door”) als Johnny Truelove aka Jesse James Hollywood zuerst etwas fehl am Platz wirkt aber durchaus gut besetzt ist, fällt besonders Sänger Justin Timberlake als Frankie durchaus positiv auf. Und während die Hochkaräter á la Bruce Willis (“Stirb langsam”) und Sharon Stone (“Basic Instinct”) doch sehr gelangweilt schauen, ist für mich persönlich Ben Foster (“30 Days of Night”) als drogensüchtiger Nazi Jake Mazurski das absolute Highlight des Films, auch wenn seine Rolle dann abrupt in der Versenkung verschwindet.
Stilsichere Umsetzung eines Biopics um einen Auswurf der neuen Sex, Drugs and Rock’n'Roll Jugend und ihren gesellschaftlichen Werten der einen zum Grübeln bringt.

wertung 7.5

Hangover

Hangover (2009)

Kommen wir nun zum zweiten überbewertenden Film in meinen Augen. “Hangover” bietet entgegen meinen Erwartungen wenig neues im Vergleich zu anderen thematisch ähnlichen Komödien wie “Ey Mann – Wo is’ mein Auto!!?”, den ich, mal angemerkt, obgleich wesentlich flacher und dümmer, witziger fand. Und ist es nicht das woran man eine Komödie messen sollte, an seinem Humor?
Die Geschichte rund um Doug (Justin Bartha – “Das Vermächtnis der Tempelritter”) und seinen drei Kumpels während ihrer verzweifelten Suche nach ihrem Gedächtnis nach einer durchzechten Junggesellenabschiedsnacht (was ein Wort!) in Las Vegas ist dann im Endeffekt weniger lustig als erwartet. Einzig Zach Galifianakis (“Into the Wild”) als übergewichtiger etwas zurückgeblieben anmutender Schwager Alan zwingt einen öfters mal zu Schmunzeln und gibt im wahren Sinne des Wortes vollen Körpereinsatz. An die Qualität des vorrangegangenen “Oldschool” kommt Regisseur Todd Phillips also in meinen Augen nicht ganz ran, dennoch ist der Film kein kompletter Missgriff. Der schöne Abspann mit der Auflösung des ganzen Geschichte ist wohl das lohnenste Element, aber auch sonst kann man mal einen Blick riskieren.

wertung 5.5

7 Kommentare

  1. Dr. Borstel sagt:

    Hm, meiner Ansicht nach ist “Pineapple Express” bei weitem überbewertet – so eine Ansammlung unerträglich flacher Pointen und Klischees habe ich wirklich selten gesehen. Die Story ist wild aus diversen Buddy- und Kiffermovies zusammengeklaut, nur der Witz wurde leider außen vor gelassen. Ich habe den Film eigentlich nur angeschaut, weil mir der ebenfalls von Apatov initiierte “Forgetting Sarah Marshall” erstaunlich gut gefallen hat und der gute Herr außerdem Stammgast in Jon Stewarts Daily Show ist; das Resultat hat mich aber wirklich enttäuscht. Der einzige Grund, warum ich dem Film mehr als einen von zehn Punkten geben würde, ist das kongeniale Darstellerduo Rogen / Franco, die den Film zwar auch nicht retten können, aber immerhin dafür gesorgt haben, dass ich bis zum Ende durchgehalten habe.

    Ich scheine wohl als Herr der Schöpfung nur bedingt tauglich zu sein … ;-)

  2. bullion sagt:

    Uh, “Drag Me to Hell” hast du ja echt schlecht bewertet, dabei findet sich die teuere Blu-ray gerade auf dem weg zu mir. Bin gespannt!

    “Hangover” fand ich vieeeeeeeel besser!

    Den Rest der Filme kenne ich dagegen nicht.

  3. Die Zange sagt:

    @ Dr. Borstel:

    Huh, na dann haben wir wohl einen sehr verschiedenen Humor. ;) Besonders die Szene im Polizeiwagen war doch schon sehr witzig oder? Sicherlich gabs storytechnisch einige Gemeinsamkeiten zu ähnlichen Filmen, aber die störten mich nicht so sehr.

    @ bullion:

    Bin mir schon im Klaren darüber das ich mit den Wertungen bei beiden Filmen stark gegen den Trend schwimme, aber Querschläger solls ja auch geben. Hab bloß Probleme gehabt bei “Hangover” die Witze zu finden, da darf man selbst bei aller Sympathie nicht besser bewerten. ;)

  4. The Hangover ist ja ein Mega Erfolg im Kino gewesen, soweit ich gehört habe. Ich hatte es für eine “3 Männer und ein Baby” Nachahmung gehalten oder anscheinend geht’s ja dann weniger um das Baby, oder?

  5. Die Zange sagt:

    Das Baby ist sozusagen nur ein Fundstück und ist dann schnell wieder weg. :)

  6. [...] Ausschlachtung der Geschichte um den legendären Sklaven Roms sein. Die Idee wurde von Sam Raimis (“Drag me to Hell”) Produktionsfirma Ghost House Pictures, und wohl auch unter Einfluss des Großmeisters persönlich, [...]

  7. [...] “John Rambo”) und den Kindern, sowie seiner Schwester Debra (Jennifer Carpenter – “Quarantäne”) waren enorm. Auch in der dritten Staffel wird hier noch verschärfter drauf wert gelegt. So wird [...]

Hinterlasse einen Kommentar