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Kurzreviews: Die Bankdrücker, Behind the Mask, Footsoldier, Halloween

Es wird Zeit für den Rest der Urlaubsreviews, die ja eigentlich schon seit ein paar Wochen versprochen waren, aber auf Grund mangelnder Zeit bisher nicht in die Tat umgesetzt werden konnten. Die Besprechung zu “Orphan” werde ich aber voraussichtlich auf die DVD abwelsen, da inzwischen doch schon etwas zu viel Zeit vergangen ist, um noch ein großes Review daraus zu machen.

diebankdrücker Die Bankdrücker  (US 2006)

Rob Schneider (“Big Stan”) ist ja sehr umstritten und wird zurecht meist als Garant für schlechte Unterhaltung gehandelt, aber in Verbindung mit Komödien Regisseur Dennis Dugan (“Chuck und Larry”,“Leg dich nicht mit Zohan an”) kam bei mir doch der kleine Funke Hoffnung auf, ein vielleicht doch unterhaltsames kleines Filmchen sehen zu dürfen. Sehr jäh wird diese Hoffnung binnen weniger Minuten dann aber doch zerstört und zum Tageslicht kommt das entsätzliche Grauen namens “Benchwarmers”.
Wirklich traurig was das Dreiergespann Rob Schneider, David Spade (“Senseless”) und Jon Heder (“Die Eisprinzen”) hier fabriziert. Den Humor kann man bequem unter jeder Tür durchschieben und nicht auch nur einen Witz darf man ansatzweise als gelungen betrachten. Die Geschichte um drei gealterte Loser, die mit Hilfe eines Milliardäres eine Baseball Mannschaft gründen um dann in der Kinderliga den Erfolg zu bekommen, denn sie sich immer gewünscht haben, ist wohl das Hirnloseste und Dämlichste, was ich bisher jemals in meinem Leben sehen durfte und ich kann wohl mit Recht behaupten beim Schauen des Filmes merklich dümmer geworden zu sein. Bitte erspart euch dieses mehr als nur peinliche Schauspiel.

wertung 1

behindthemask Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon (US 2006)

Ein interessantes Konzept steht hinter Regie-Neuling Scott Glossermans “Behind the Mask”. Er verbindet eine Pseudo-Doku mit einigen Slasherhorror-Elementen und heraus kommt ein Serienkiller Mockumentry über den neuen Stern am Psychokillerhimmel, Leslie Vernon. Dieser eifert nämlich seinen großen Vorbildern, Jason Vorhees, Michael Meyers und Freddy Krüger, nach und lässt ein Kamerateam angeführt von Reporterin Taylor (Angela Goethals – “Kevin – Allein zu Haus”) bei seinem Aufstieg zusehen. Ganz großartig führt Leslie, gespielt von Nathan Baesel (“20 Years After”), den Zuschauer in die geheimnisumwitterte Welt der Serienkiller ein und deckt dabei einige bisher ungeklärte Rätsel auf.
Gekonnt werden hier Themen wie das Totstellen durch Verlangsamung der Atmung oder das Phänomen der schleichenden Teenager-Treibjagd durch ein enormes Fitnesstraining parodiert. Damit macht dieser erste dokumentarisch aufgenommene Teil wirklich einen außerordentlich guten Eindruck indem er einige Genre-Klischees gehörig aufs Korn nimmt.
Gegen Ende ändert sich das dann leider. Der Film schwingt um in die klassische Slasherfilm-Perspektive. Sehr standardmäßig gehts es gegen das unausweichliche Ende und das hat dann doch etwas enttäuscht.
Als nettes Gimmick gibt es diverse versteckte Anspielungen auf Genre-Partner wie die “Halloween”-Reihe und Genregrößen wie Robert Englund (“Nightmare – Mörderische Träume”) als Leslies Gegenspieler Dr. Halloran und Kane Hodder (“Freitag der 13.”) haben auch mehr oder wenig intensiv ihre Auftritte.
Alles in allem aber ein durchaus interessanter Film und besonders für Genrefreunde eine Fundgrube an Anspielungen.

wertung 7

footsoldier Rise of the Footsoldier (GB 2007)

Wir befinden uns im England der späten 70er Jahre. Carlton Leech (Ricci Harnett) ist ein bekannter Hooligan bei der ICF, der InterCityFirm, und noch am Anfang seiner kriminellen Karriere. Doch bald nach einer schweren Verletzung und nachdem er seinen Job verliert, steigt er seiner Frau zu liebe aus dem Milieu aus und verdingt sich als Chef einer Sicherheitsfirma. Mit dem Wachstum der Firma kommen auch die gefährlicheren Geschäfte und er rutscht tiefer in die Kreise der Schwerkriminellen, bis irgendwann selbst Drogen- und Waffengeschäfte zu seinem täglich Brot gehören.
Basierend auf einer wahren Geschichte erschafft Regieneuling Julian Gilbey ein sehr verstörrendes und wirklich übertrieben brutales kleines Filmchen im typischen UK-Stil. Leider leidet die interessante Story sehr an den schlecht besetzten Hauptdarstellern. Besonders Ricci Harnett, welcher Protagonist Leech verkörpert, wirkt während der gesamten Laufzeit steif wie ein Brett und sollte nach diesem einmaligen Ausflug in die Filmwelt doch bitte einen Beruf jenseits der Kamera ergreifen.
Auch Regisseur Gilbey schafft es nicht die Geschichte in all ihren Facetten zu inszenieren und hat besonders Probleme sich auf ein Genre festzulegen, macht teilweise sogar extreme Sprünge zwischen diesen.
Alles in allem verspielt die Geschichte viel durch falsch gewählte Darsteller und einen zu unerfahrenen Regisseur, der seine Prioritäten falsch gelegt hat.

wertung 4

halloween Halloween (USA 2007)

Die Geschichte um Michael Meyers und seine Schwester dürfte wohl jeder schon einmal verfolgt haben. Bei mir sind die letzten Resterinnerungen an die früheren Filme leider in weite Ferne gerückt, was mir aber ermöglichte, ohne Vorbehalte und ganz objektiv an dieses Remake heranzugehen.
Zombie versucht erstmals auch Michaels Kindheit stärker zu beleuchten und zu erklären, warum er so geworden ist, wie er es heute ist. Als Instrument fungiert dazu Malcolm McDowell (“Heroes”) als Dr. Loomis, der wie immer souverän spielt. Die Schocker hätten ruhig härter sein können, Zombie schafft es aber dennoch gut die Spannung zu halten und spart sich übermäßige Gewalt. Jugendfrei ist der Film aber allein schon wegen den netten Sexszenen nicht.
Rob Zombies Neuinterpretation von Carpenters “Halloween” macht Spass und weiß als schöner Horror-Thriller durchaus zu überzeugen. Für einen netten Filmabend genau das Richtige.

wertung 7.5

2 Kommentare

  1. bullion sagt:

    “Behind the Mask” fand ich auch klasse, hat mir sogar noch einen Tick besser gefallen. Auf “Halloween” bin ich auch schon gespannt, der steht bei mir allerdings noch ungesehen im Regal.

  2. Xander sagt:

    Bis auf “Behind the mask” hab ich noch keinen der genannten gesehen, der gefällt mir dafür aber auch durchaus!

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