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Pushing Daisies – 2. Staffel

Zwischen uns würde nicht einmal ein Elektron Platz finden.

Märchen sind eine ganz wunderbare Sache, verzaubern sie doch schon seit Jahrzehnten Generationen von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen. Feen, Trolle, Drachen und Hexen sind nur einige der fantastischen Elemente aus dem Träume gemacht werden. Hat nicht jeder einmal schon von der Rolle des tapferen Ritters oder der holden Maid in Not geträumt und sei es nur während der guten alten Gute-Nacht-Geschichte?

Die Erinnerungen an diese Zeiten bot bisher auch immer gutes Potential für alle möglichen Verfilmungen, vor allem im Zeichentrick bzw. Animationsstil. Doch das neben “Die Schöne und das Biest” und “Aschenputtel” auch gestandene Hollywood Produktionen bestehen können zeigten dann Filme wie “Edward mit den Scherenhänden”, “Pans Labyrinth” oder “Big Fish”. Allesamt sind sie gute Beispiele dafür das sich auch in der modernen Welt märchenhafte Themen finden lassen. Besonders Tim Burton, Terry Gilliam (“Brothers Grimm”) oder auch Guillermo del Toro (“Hellboy 2″) schaffen es immer wieder eine hervorragende Verbindung dieser beiden so verschieden anmutenden Welten zu schaffen und erlauben es auch den Erwachsenen wieder zu träumen.

Bryan Fuller (“Heroes”) kam während seiner Arbeit am Drehbuch zu seiner ersten eigenen Serie “Dead Like Me” auf die Grundidee vom Mann mit einem magischen Finger, konnte sie aber durch seinen frühen Ausstieg nicht wie geplant in die Serie mit einbauen. Glücklicherweise gefiel Warner Bros. Fullers Idee und so konnte er 2007, immerhin ganze 4 Jahre später, zusammen mit Bruce Cohen (“Men in Black”) sein modernes Märchen endlich in Serie bringen und das Resultat war “Pushing Daisies”, was soviel wie “die Radieschen von unten ansehen” bedeutet. Staffel 1 feierte zumindest bei den Kritikern einen großen Erfolg, da manVergleichbares bisher noch nicht gesehen hatte. Geschickt packt Fuller mit Fantasy, Krimi und Romanze gleich mehrere Genres in ein liebevoll kreiertes Universum der Naivität.

Die Geschichte handelt von dem Kuchenbäcker Ned (Lee Pace – “Wonderfalls”), der mit seinem magischen Finger Tote wieder auferstehen lassen kann, und bereits in Staffel 1 seine frühere Jugendliebe Chuck (Anne Friel – “Land of the Lost”) wieder ins Leben zurückholt, um damit sein Leben auf den Kopf stellt. Seine Fähigkeiten unterliegen nämlich der 3 kleinen Regeln: 1. Berühre etwas Totes, es lebt wieder. 2. Berühre es danach nochmal und es ist für immer tot. 3. Bleibt etwas Totes länger als 60 Sekunden am Leben, dann muss etwas anderes dafür sterben.
Dass das natürlich ein enormes Problem für die Beziehung des jungen Liebespaares darstellt, versteht sich wohl von selbst. Gleichermaßen müssen sie das Geheimnis aber auch vor den anderen Menschen in ihrer Umgebung geheimhalten. Vor allem Neds Angestellte im Pie Hole, die kleinen Olive Snook (Kristin Chenoweth – “The West Wing”), und Chucks Tanten Lily(Swoosie Kurtz – “Gefährliche Liebschaften”) und Vivien (Ellen Greene – “Léon – Der Profi”) sind besonders misstrauisch und dem Kuchenbäcker und seinem magischen Finger kommen sie immer mehr auf die Schliche. Einzig der korpulente Detektiv Emerson Cod (Chi McBride – “Dr. House”) weiß von Neds und Chucks Geheimnis und nutzt das zu seinem Vorteil, indem er Ned die toten Opfer in Kriminalfällen aufwecken lässt, um dann den Fall aufzuklären und die Kohle dafür einzustreichen.

Zusammengefasst bietet die 2. Staffel im Gegensatz zur Ersten doch sehr wenig neues. Die detailverliebte, knuffig-kuschelige Optik bleibt die selbe, man fühlt sich quasi wie mit Wolldecke umhüllt, trotzdem kann einen der Stil nach 13 weiteren 40-minütigen Folgen doch etwas ermüden. Im Ganzen gibt es aber in meinen Augen bisher nichts vergleichbares in der Serienwelt. Charmante Figuren, witzige Schauplätze und tolle Kostüme verbreiten ihren ganz eigenen Zauber. Auch die Musik von James Dooley, der mit Hans Zimmer zusammen schon für Filme wie “Sakrileg” oder “The Time Machine” komponiert hat, und 2008 bereits einen Emmy für die Folge “Pigeon” in Staffel 1 bekam, ist wieder ein großes Highlight und lässt einen noch tiefer in die wundervolle Welt rund um den kleinen Ort Couer d´ Couers eintauchen. Man merkt das Fuller besonders auf die Optik und die musikalische Untermalung Wert gelegt hat, denn beides stellt sich als tadellos heraus.

Die Episoden sind häufig nach dem selben Muster aufgebaut und damit schnell vorhersehbar, aber eine Geschichte ist trotzdem so detailverliebt und liebevoll inszeniert wie die andere. An der Hintergrundgeschichte ändert sich im Laufe der Staffel wenig und so bleibt sie, besonders für Leute wie mich, die auf grandiose Cliffhanger und turbulente Storytwists steht, doch zu einfach gestrickt und birgt zu wenig Spannungspotential als das “Pushing Daisies” ein Must-See sein könnte. Da Staffel 2 auch den Abschluss der Serie bringt, darf hier ruhig gestritten werden, ob man mit diesem Ende zufrieden sein kann. Immerhin schaffen es die Produzenten trotz der überraschenden Absetzung noch nach dem Abdreh der Staffel ein Ende nachträglich einzubauen, doch leider fällt dieses mit gerade mal 5 Min bei einer Serienlänge von immerhin 875 Minuten Spieldauer sehr dürftig aus. Friede-Freude-Eierkuchen-Enden sind zwar nicht mein Ding, aber “Pushing Daisies” braucht und verdient so ein Ende, von daher kann ich bedingt mit dieser Lösung leben.

Fazit: Zauberhaft schöner Genre-Mix, der selbst den Tod charmant aussehen lässt. Wer Staffel 1 liebte, der wird auch hier vollauf zufrieden sein. Inhaltlich bietet sie jedoch kaum neues.

3 Kommentare

  1. Dr. Borstel sagt:

    Nicht allzu viel Neues, stimmt – das aber auf seeehr hohem Niveau. Eine wundervolle Serie, die völlig zu Unrecht bereits nach der zweiten Staffel abgesetzt wurde. Zugegeben, viel mehr hätte man aus dem Stoff auch nicht herauskitzeln können, aber ich war doch schon enttäuscht, als nach Season 2 Schluss war. Brilliante Unterhaltung.

  2. Die Zange sagt:

    Jop, hast Recht. Muss dazu sagen, dass es auch schon meine zweite Sichtung war und es dehalb auch keine Überraschungen mehr für mich gab. Interessant fand ich übrigens auch folgenden Artikel, den ich bei den Recherchen gefunden hab.
    Manche Leute interpretieren teilweise echt komisch Sachen zusammen.

  3. Konrad sagt:

    Nettes Blog, hab dich gleich mal in meine Blogroll aufgenommen.

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